W 2.4.2
Als Zeuge darstellen, was wirklich ist, und wo die Intensität liegt

Es geht darum, erstens nicht nur vorurteilslos zu beschreiben, was wir im handfesten Wahrnehmungssystem erkennen, sondern zweitens auch das, was im alltäglichen Kontext dazu gehört. Also das, was Konstruktion und Dekonstruktion der Wirklichkeit in die Wirklichkeit hineinbringen.
Drittens gilt es, die Energieformen aufzuzeigen, die in der Wirklichkeit wirken. Also Risiken und Chancen der beschriebenen Situation ebenso wie Risiken und Chancen der Beschreibung selbst. Dazu gehören offene oder heimliche Drohungen und Versprechen, die feststellbar sind, sowohl in dem Wirklichkeitsausschnitt wie im beschreibenden Text. Viertens geht es darum aufzuzeigen, was durch Wirklichkeitsausschnitt oder den Beschreibungstext entsteht: Assoziationen, Sehnsüchte, Ängste. Fünftens gilt es, aufzuzeigen, was der objektive und subjektive Gesichtspunkt bringt, und was der Gesichtspunkt der vitalen Dynamik ist. Entsteht z.B. blosses Wissen oder auch Gewissheit, Begegnung von Fakten oder Trost, Grenzen oder Verzweiflung, Methodik oder Konsonanz. Dazu gehört es auch, darzustellen, was die Beschreibung im Schreibenden oder Lesenden selbst auslöst und in Gang setzt. Bei diesem fünften Punkt handelt es sich um so Etwas wie eine Darstellung dessen, was Navigation vermag, und was deren Gegenteil die Verwirrung und Schwärzung anstellt.
Da hilft es einerseits, sich des Urteils zu enthalten (wie die Phänomenologie dies tut). Anderseits gilt es auch, darstellen, was die Detektive der Vitalität feststellen können. Dazu gehört es auch, einen reinen Blick zu haben auf das eigene Resonanzsystem, das Drohungen und Versprechen aufnimmt, das aber auch das Risiko ausschaltet, dass Subjektivität und Objektivität, dass Werte und Absichten sich unter diese Resonanzen zu mischen.

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