E 1.8
Generativität I: Traditionen und Generationen

Die 68er-Bewegung hat der Tradition die Gefolgschaft aufgekündigt. Weil Tradition zu einseitig gewesen sei und den Fortschritt gebremst habe. Dabei wurde auch den etablierten Tabus, erotischer, sozialer und lebensphilosophischer Art der Kampf angesagt. Heute, 40 Jahre später, leiden wir daran, dass zu wenig etablierte Leitlinien die Gesellschaft im Ganzen führen. Wir machen in diesem Seminar eine Auslegeordnung der Werte und Selbstverständlichkeiten, die wir heute vermissen, und wir planen, wie diese verwirklicht werden können. Der heutige Mainstream insistiert auf Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung. Dabei unterliegt das Individuum einem grossen Irrtum, denn es sagt sich: “Ich bin es, der zählt.” Tatsächlich aber sind Kinder und Kindeskinder, die nachfolgenden Generationen, zentral für unser eigenes Wertsein. Ohne Ahnen und Kindeskinder sind wir beinahe nichts.
Dieses Seminar ist geeignet zu entdecken, wie wohltuend und kostbar es ist, sich in familiären und kulturellen Ahnenreihen zu wissen. Wir untersuchen die Geschichte der Generativität, und Sie erfahren Beispiele für die Kraft der Generationenreihe, die stärker ist als die Kraft jeder anderen Gruppierung (vgl. Schirrmacher: Minimum). Wir deuten auch das Unbewusste und die Schöpfungsgeschichten als Formen der generativen Lebensqualität.