E 4.4
Non-Ich IV: Das falsche Ich: Herrschaft von Gefühlen, Angst & Verantwortungslosigkeit

Subjektivität und Gefühl liefern zu oft Falschfarben der Wirklichkeit. Das bedeutet, dass dann jede Innovation gekappt wird. Gibt es echte Fälschung? Was ist echt am Falschen? Was ist falsch am echten Gefühl? Einseitigkeit, Monopol, Dominanz und Anspruch auf die genau Form der Weltdeutung sind immer Anzeichen dafür, dass die persönliche Meinung und die Gefühle in eine falsche Richtung laufen.
Wer sagt: der Augenblick zählt, und meint den jetzigen, gefühlten Zustand der eigenen Daseinsweise in der Welt, der schafft Einseitigkeit. Diese form "im Augenblick leben blendet aus, dass Gefühle im Augenblick leben und nicht das Fundament der Dauer und der Vernetzung sind.
Wer sagt: "ICH existiere", und ich lebe MEINE eigenen Interessen, reduziert sich auf einen einsamen, Punkt. Er ist wichtig, aber "nur" für sich. Damit er trotzdem leben kann, "frisst" er die Welt um sich herum auf.
Wenn die Wahrheit darin besteht, dass das Ego sich nicht traut hinzuhören, der hat Angst. Angst vor der unermesslichen Mannigfaltigkeit des Anderen und des Weiten. Seine Identität muss er verteidigen, und da seine Gefühle Recht haben müssen, ist die Angst der Chef. Angst, dass die Welt anders ist, als das Gefühl, und damit Angst vor der Wahrheit. Angst auch, überfordert, unterfordert oder nicht ernst (genug) genommen zu werden.
Damit steigt die Verantwortungslosigkeit. Denn das gefühlte Ich, muss zuerst sich selbst retten, und erst darnach die Welt, die Anderen, das Werk. Ich und Meins haben Vorrang. Angst und Gefühl verpassen die Souveränität des Verantwortungsträgers. Verantwortung braucht Mut und Lebenslust konkret umgesetzt und eingesetzt.