W 1.9.2.
Rekapitulieren. Die eigene Vergangenheiten zur heilen Gestalt führen. “Karma” auflösen
Rekapitulieren - Karma

Die eigene Geschichte mit ihren schmerzlichen Erfahrungen, Traumatas, Brüchen prägt unser jetziges Dasein mit und gibt die Breite unserer Zukunft vor. Rekapitulation ist eine Methode, die vergangenen Situationen zu wiederholen, sie “wieder her zu holen”, und von der Stille her mit der damals vermissten Lebenqualität füllen zu lassen. Dadurch lösen sich die Bockaden, und die Traumata erhalten einen neuen Platz, einen Platz der förderlich wirkt.
Die Teilnehmenden begegnen Praktiken, die sie direkt erfahren können. Zum ersten Teil gehören: Vorstellen, zurückholen, durchleben, Details erkennen, betroffensein und nichts an dem wahrgenommenen zu verändern, sondern auszuhalten, was immer sich einstellt. Durch Erfahrung, Bewusstsein und präzise Detail-Erfassung den Platz zu sehen, den diese Elemente im Leben, in der Beziehung in der Erfahrung innehaben. Dieses Sehen-dass-es-da-ist und dieses Sehen-wie-es-da-ist, ist keine sprachliche Artikulation, sondern eine faktisch-präzise Umreissung. Zum zweiten Teil gehört eine Doppelbewegung. In der ersten Her-Bewegung geht es darum, die vitale Energie, die in allen elementaren Tendenzen wie Sehnsüchte, Hoffnungen, Ausrichtungen, Offenheiten und Hingaben drin steckt, in sich einzuatmen, in sich-selber-wieder-einziehen zu lassen. In der Hin-Bewegung geht es darum, es jedem Element und jeder beteiligten Person der damaligen Zeit ihre Energie und ihr Anliegen zurückzugeben. Sowohl die Her-Bewegung des zu-sich-kommen-lassens, wie die Hin-Bewegung des dem-anderen-zukommen-lassen geschieht schlicht, das heisst ohne Urteil oder Wertung. Es ist eine Art Wieder-Herstellung des ursprünglichen Zustandes der Vitalität in allen Bereichen.