W 4.2.2.
Sich absolut schützen, ohne sich zu verteidigen

Den Anderen sein lassen ohne sich zu distanzieren ist das "Ziel". In diesem Werkzeug braucht sich das ich nicht mehr vom anderen zu distanzieren, sondern etwas Anderes besorgt die Distanzierung und dies auf eine Weise, die wirksamer ist, als die Trennung. Der Respekt der Distanz hat drei Aspekte: Der erste Aspekt besteht darin, dass ich, der Wirkende, dem Andern seinen Platz gebe, ihn in seinen Anliegen bestätige und ihm auf alle Zukunft hin bestätige. Der zweite Aspekt betrifft die Klarheit. Es ist nötig, dass mir klar ist, dass ich nichts (mehr) mit ihm, dem anderen zu tun haben werde. Und hier zeigt sich der dritte Aspekte: Ich für meinen Teil lasse meine Energien und Vitalitätslinien nicht mehr durch den andern und seine Taten beeinflussen. Dieser verteidigungslose Schutz geschieht in drei Stufen:
In einer ersten Stufe geht es darum:
- die Position zu klären, zu erklären und zu situieren. Auch die eigene Position klar aufzeigen und zeigen, dass es ohne Positionen nicht geht.
- Seine eigene Positionen zu verteidigen, ohne zu kriegen.
- Fremde Angriffe abzuwehren, ohne destruktiv zu sein. Ds bedeutet, die Prinzipien der Samurai und des weissen Kriegers makellos umsetzen.
In einer zweiten Stufe heisst dies, von der Verteidigung weg zu kommen. Dazu werden Mittel der Flow-Praxis nutzen, die dafür geeignet sind:
-- Erklärungen über das abgeben, was ist.
-- Die Sinnhaftigkeit aufzeigen der Wege, und aufzeigen, was Sinnlosigkeit für Folgen, Kosten und Blockaden nach sich zieht.
-- Die grossartige Wirkungen des Geistes kennen und seinem Sinnen Türen und Tore öffnen.
-- Alle Drohungen weglegen und jede Überheblichkeit verschwinden lassen, jedoch das Insistieren vermehren, gemischt mit Subtilität.
-- Die präzise Sprache einsetzen, vor allem auch die Sprache der Modalverben und die Sprache der leeren Worte, wie "halt", "doch", "nun", usw.
- Auf der dritten Stufe, jener der Flow-Meisterschaft, geht es darum, kein Anliegen aufzugeben von dem, was auf Stufe eines und zwei aufgezeigt wurde, aber dabei sich, die Anliegen und die Selbstverständlichkeiten zu schützen, ohne selber noch etwas zu tun.
-- Ich selbst schütze mich, indem ich die Vitalität, die mir zuströmt, wirken lasse, den Raum und dessen Fülle wirken lasse. Dadurch werde ich nicht nur unbesiegbar, sondern unangreifbar. Eine Form von Gelassenheit und die Selbstverständlichkeit, die keine Abwehr, sondern reine Fülle ist. Dieses ist der Zustand des Flow-Meisters. Er gibt gewissermassen seine Führung ab, an die Vitalität, die Fliesslinien des Flow, an die Selbstverständlichkeiten, an die unweigerliche Erfülltsein des Raumes, an die Resonanz des Maestro, an den Trialog. <Dies bedeutet, bis in alle Details Ego-frei intervenieren zu können und der Vitalität und ihrer Zusage zu dienen. An der Vitalität dienen, die uns allen dient, und sich uns allen zusagt. ist der Zugang dazu auch beim Anderen geweckt, gilt es nur, die Barrieren der Beschränktheit oder der handfesten Welt zu hindern, sich wieder einzustellen. Der verteidigungslose Selbstschutz gehört zum Fundament des meisterlichen Non-Tuns.