E 4.5
Trajekt I: Von der Ich-Will-Pädagogik zur Herzenspädagogik

Ich will verlangt vom Andern Formung und Anpassung. Der Wille bestimmt das Subjekt des Handelnden und des Befohlenen. Der Wille macht alles zum Objekt.
Jenseits von Subjekt und Objekt entsteht die schlaue Einladung: Sie erreicht das Ziel, ohne wollen zu müssen. Sie siegt ohne zu kämpfen. Dafür braucht es ein Wirken, das jenseits von kontrollierendem und planendem Willen ist (wie Sunzi sagt). Statt zu wollen, gilt es die Allianz einzugehen mit dem, was der Wachsende eigentlich will.
Vom "Ich will!" zum "was braucht's?" . "Ich will!" ist kein Argument, es ist "militärisch".
"Was braucht es?" hingegen ist die Devise des Gärtners. Er ist da, um den Pflanzen zu geben, was sie brauchen. Sie wachsen ohne Widerstand, weil sie bekommen, was sie brauchen.
Selbstverwirklichung ist gut, doch tun was das Leben braucht, ist mehr. Bedürfnisse befriedigen ist gut, doch vom Konsumenten zum Wesenshüter zu werden ist mehr.