W 2.1.2.
Wie man mit dem Geist des Gegenübers eine Allianz bildet
Der Geist ist stärker als die Person

Der persönliche Geist des Menschen ist die individuelle Fähigkeit, das tiefe Wesen der Dinge und Handlungen zu erfassen und sogar das zu erfassen, was jenseits des Sichtbaren liegt. Der Geist erfasst...
- alle Bedeutungen einer Sache,
- erkennt wie relevant etwas für die eigene, elementare Existenz ist
- versteht, was das grosse Wesen der Handlungen und Wirkungen ist
- und erkennt, was die Welt im Innersten zusammen hält.
Alle dies ereignet sich im Geist des Menschen sozusagen intuitiv. Der Geist findet auch die Wege der Grosszügigkeit und ist selbst ein Teil dieser durchdringenden Verbindung von Lebenslust, Denken und Handeln.
Dabei den Maori auf Polynesien ist das “hau” der Geist einer Sache. Jedes Ding, das man z.B. verschenkt hat ein Wesen, das grösser ist als die Sache-selbst. Das hau schafft die Verbindung mit Grossartigkeit, Sinnhaftigkeit und mit dem Kreislauf des Lebens. Marcel Mauss schreibt in “Die Gabe”, (Suhrkamp TB 2013, Kapitel 1.2; S. 32): “Das Wort hau bezeichnet, wie das Lateinische spiritus, zugleich Wind und Seele, oder genauer, zumindest in einigen Fällen, die Seele und die Macht der unbelebten und der pflanzlichen Dinge”.
Wir haben auch in unserer Kultur dieses Wissen vom “Geist der Dinge”. Wenn wir von einem geliebten Menschen ein Andenken bekommen hat es nicht nur einen materiellen Wert, sondern der Geist des Schenkenden ist irgendwie mit von der Partie. Diese überindividuelle Reichweite des Geistes ist der Grund, warum unabhängig von den persönlichen Interessen und Absichten der Geist begreift, wann Echtheit, Sinnhaftigkeit und Lebendigkeit angesprochen ist.
Dieses Werkzeugmodul zeigt auf, wie der Sender, der durch eine Kommunikation die Kooperation eines Gegenüber sucht, eine Allianz mit dem Geist des Empfängers zustande bringt. Denn wenn Dem Empfänger mit dem Geist des Senders eine Allianz gelingt, dann sind ungünstige Denkformen (schwindeln, abstreiten, vortäuschen, sich drücken, ...) oder unsinnige Argumentationen für den Empfänger nur noch schwer durchsetzbar. Dem Sender gelingt es jedoch nur dann, den Geist des Empfänger als Verbündeten zu gewinnen, sein Anliegen auch echt und lebensförderlich ist. Die Werkzeuge “Sinngespräche führen”, “Erklären”, “ressourcieren” oder “7 mal ein Ja entlocken” bilden dabei willkommene Werkzeuge.

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