E 8.4
Zug I: Werte und Ethik brauchen Nachfolger - Die Züge und die Selbstverständlichkeiten

Die Ethik war in traditionellen und humanistischen Gesellschaftsformen die hohe Instanz, um letzte Werte und Gültigkeiten zu bestimmen. Werte und Interessen aber haben, wie die Erfahrung zeigt, in einer postmodernen, hochtechnisierten und globalisierten Welt zu wenig Kraft, um genügend förderliche Rahmenbedingungen zu stiften. Menschenrechte und die Rechte der Natur sind nicht falsch, nur haben sie nicht mehr genügende Kraft die Auswüchse von Egozentrierung (Profitlust und Forderung nach Kapitalrendite) zu kompensieren.
Nicht Werte und Moral werden die Welt im Ganzen retten, sondern der Einsatz für Lebendigkeit und der Sinn für das, was Förderlichkeit ist. Die Zukunft braucht keine Idealisten, die sagen, wo es langgehen soll, sondern Menschen, die ihre Visionen konkret umsetzen. Es braucht jene Begeisterung, die ihre Energie nicht aus dem Sollen zieht, sondern aus der Lust, die entsteht, wenn wir mit Vitalität und Sinn, mit Grossartigkeit und Grosszügigkeit in Kontakt kommen. Generatoren von Engagement, Treue und Zielstrebigkeit, welche konkrete Unternehmungen in Gang setzten und auch eigenständig durchziehen, sind keine blossen Werte mehr, sondern sind Züge. Zug meint z.B. der Drive, der entsteht, wenn Grosszügigkeit im Handeln Einzug hält.
Züge entstehen auch im Kontakt mit den Rätseln unserer Intelligenz, sie entstehen aus Dankbarkeit und vor allem auch aus der Lust heraus, für Kinder und Enkelkinder da zu sein.