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Traditionelle Kritik fokussiert auf den Fehler. Der Fehler wird das Thema. Das bedeutet, Kritik ist immer negativ gefärbt. Auf allen Ebenen, bei Andern und bei sich selbst. Deshalb lieben wir es nicht, Kritik anzubringen. Die neue Deutung der Kritik heisst nicht mehr, Fehler zu kritisieren, sondern das Potential der Innovation in den Fehl-Ereignissen zu sehen.

Wir Menschen sind Menschen, weil wir mit andern Menschen im Austausch stehen. Leider sind die Austauschprozesse oft Räubereien. Wer selber bestohlen wird, bestiehlt andere und sich selbst. Eine "liebevolle" Mutter, die auf jedes Verlangen ihres Kindes eingeht, praktiziert das Beraubtwerden-Spiel, zum langfristigen Schaden von Mutter und Kind. So zieht man Egoisten heran. Auch der umgekehrte Fall findet statt. Wer ständig verzichtet und sich zurückzieht, beraubt die Andern der Chance grosszügig zu sein.

Anerkennung ist stärker, als Lob und Strafe. Nicht Lob und Strafe, nicht Laissez-faire, sondern die Arbeit mit der Vitalität führt zur existentiellen Anerkennung. Verstärkung und Er-ziehung (auch als Entziehung) ist gut. Es gibt jedoch etwas Effizienteres als Verdienste zu loben. Lob richtet sich auf die Vergangenheit. Anerkennung hingegen schafft Zukunft. Die "Arbeit" mit der Grund-Anerkennung, jenseits von Forderung oder Lob ist hoch spannend. Es ist die Kunst von "Anerkannt-werden" geben.

Die sieben Stufen sind: Krieg, Kampf, Markt/Handel, Arbeit/Atmen, Zugehören, Fest/Gast, Generation/Initiation. Diese sieben Stufen der schöpferischen Auseinandersetzung finden sich im familiären Austausch ebenso wie im Sport, in der Diskussion um Überzeugungen ebenso wie in feindseligen Kämpfen von Armeen.
Sie lernen, wie in jedem Satz mit einer oder mehreren dieser Stufen gehandelt wird. Jeder Blick verwirklicht eine oder mehrere dieser Stufen, z. B. ein schelmischer Blick mit einem verdächtigen Hintergrund.

Auf die Frage, wie er sein Ziel denn erreiche, sagte im Film "der Pate", einer der Mafiosi: "Ich werde ein Angebot machen, das sie nicht ablehnen können". Gemeint ist, dass dahinter eine Drohung steckt, die so stark ist, dass ein Ablehnung der Bitte gar nicht möglich ist. In der Navigation ist es möglich, Einladungen zu senden, die so viel Attraktivität ausstrahlen, dass der Empfänger gar nicht mehr ablehnen will, sondern sogar alle Lust hat, sie anzunehmen.

Dieser Tag ist voll und ganz der aktiven Navigation gewidmet. Sie setzen Aussagen, Aufforderungen oder Gesten in den Raum und beobachten, was das mit dem Gegenüber macht. Es geht darum, zu erfahren, dass die vitalen Reaktionen beim Gegenüber völlig unabhängig von den Absichten des Senders ablaufen. Das, was es "mit dem Empfänger macht" wird durch die Energielogik gesteuert.
Der praktische Zweck des Tages besteht darin die Grundregeln zu erkennen, wie Negation aktiv und passiv günstig verläuft und welches die unbewussten und unbeabsichtigten Fallen sind.

Unser Leben setzt uns Grenzen. Warum müssen wir uns zusätzlich Grenzen setzen? Grenze bedeutet: Bis hier und nicht weiter. Das Leben sagt: "Es geht immer weiter." Ist nun das Leben wichtiger oder sind es die Grenzen? Was macht die Grenze mit mir? Grenze nimmt Freiheit, Grenze macht klein. Grenze zeigt, was ich nicht bin und nicht kann.
Was kann ich mit der Grenze machen (Wenn sie mir gesetzt wird, wenn andere sie mir aufdrängen, wenn ich sie an mir erfahre)?
- Ich kann sie bekämpfen;
- Ich kann sie leugnen;

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